Aufbahrung

Als Aufbahrung bezeichnet man das Aufstellen eines Toten in einem Sarg oder auf einer Totenbahre. Sie dient dem Zweck der Verabschiedung vom Verstorbenen. Bei dem Ablauf begreifen Angehörige sogar oft erst den Todesfall.

Das Aufstellen kann in einem öffentlichen oder privaten Raum erfolgen. Somit ist dies sowohl bei einem Bestatter, in einer Leichenhalle des Friedhofs, wie auch zu Hause möglich. In Deutschland liegt der Leichnam dabei meist in einem Sarg.

Im Vorfeld sorgt ein Bestatter oder Thanatopraktiker für die ästhetische und hygienische Versorgung des Toten und ermöglicht damit ein würdevolles Aussehen. Wer den Anblick vermeiden möchte, kann aber statt der offenen ebenso eine geschlossene Aufbahrung wählen.

Hier erfährst du mehr zu den unterschiedlichen Möglichkeiten, Ablauf und Kosten der Aufbahrung von Toten. Außerdem warten auf dich Informationen, was du bei der Ausstellung zu Hause beachten solltest.

Diese Möglichkeiten gibt es

Grundlegend kann die Aufbahrung in einer offenen und geschlossenen Form erfolgen.

Bei der Offenen wird der Körper des Verstorbenen in einem offenen Sarg präsentiert. Angehörige und Freunde können den Toten noch ein letztes Mal sehen. Auch eine Berührung, zum Beispiel ein Abschiedskuss, ist möglich.

Im Unterschied zur offenen Variante ist der Sarg bei der geschlossenen Aufbahrung verschlossen. Die Trauernden können ebenfalls in Anwesenheit des Körpers des Toten Abschied nehmen. Sie können ihn aber nicht sehen oder berühren. Mit etwa 90 % ist die geschlossene Verabschiedung im Sarg die in Deutschland an häufigsten gewählte Form.

Geschlossene Aufbahrung

Die geschlossene Aufbahrung findet häufig in der Trauerhalle des Friedhofs statt und ist Teil der Trauerzeremonie. Der geschlossene Sarg wird dabei mit Blumengestecken und Kränzen geschmückt. Oft ist auf ihm auch ein Bild des Verstorbenen gestellt.

Viele Menschen empfinden diese Form weniger unheimlich und pietätvoller. Aus diesem Grund ist sie für größere Gruppen besser geeignet.

Manchmal ist es aber auch der Wunsch des Verstorbenen selbst, dass seine Leiche nicht zur Schau gestellt wird. Der Gedanke kann ihm unangenehm sein und er möchte seinen Angehörigen den belastenden Anblick zu ersparen.

Ebenso nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit wird die geschlossene Aufbahrung gewählt, weil die Leiche entstellt oder verstümmelt ist. Dann ist der Anblick des geschlossenen Sarges schonender und tröstlicher für Hinterbliebene.

Offene Aufbahrung

Die Aufbahrung im offenen Sarg wird mit Hilfe eines Bestatters durchgeführt. Er sorgt dafür, dass die Leiche ästhetisch ansprechend aussieht und einen friedlichen Eindruck macht. Außerdem achtet er darauf, dass eine mögliche Berührung des Toten hygienisch ist. Danach organisiert er den reibungslosen Ablauf.

Manche Menschen empfinden den Anblick des toten Körpers dennoch als beängstigend oder gar traumatisch. Im Vergleich findet daher eine offene deutlich seltener als eine geschlossene Aufbahrung statt. Auch erfolgt sie meist separat vor der Trauerfeier.

Die Ausstellung eines Toten in einem offenen Sarg kann jedoch auch sehr tröstend wirken. Die Verabschiedung ist sehr persönlich und gibt Angehörigen die Chance, ihren geliebten Menschen ein letztes Mal zu sehen.

Meistens wird die offene Variante gewählt, wenn jemand unerwartet und plötzlich verstorben ist und daher kein Abschied zu Lebzeiten möglich war. Durch sie begreifen viele Hinterbliebene erst den Tod.

Ablauf einer Aufbahrung

Der Ablauf einer Aufbahrung kann zu verschiedenen Zeitpunkten erfolgen. Bei der Wahl einer Urnenbeisetzung findet sie noch vor der Kremation statt. Wurde sich für eine Erdbestattung entschieden, dann wird die Leiche meistens im Rahmen der Trauerfeier in der Trauerhalle auf dem Friedhof aufgestellt.

Als Vorbereitung wäscht der Thanatopraktiker den Toten, rekonstruiert sein Aussehen und balsamiert ihn. Er zieht der Leiche die von den Angehörigen gewählte Kleidung an und lagert sie dann gekühlt ein. Die Kleidung sollte aus Naturfasern bestehen, die im Boden gut verrotten.

Noch vor der Trauerfeier auf dem Friedhof kann der Tote in einem kleinen Rahmen aufbewahrt werden. Enge Verwandte haben so die Möglichkeit einer sehr persönlichen Verabschiedung. Wenn gewünscht, kann anschließend auch die Trauerfeier vor dem geschmückten Sarg stattfinden. Nach deren Ablauf wird der Tote mitsamt Sarg zur Grabstätte getragen und anschließend in einem Grab beerdigt.

Gästen ist es möglich Blumen oder einen Kranz mitzubringen. Oft werden sie allerdings vom Bestatter oder dem Floristen platziert, damit das Gesamtarrangement einheitlich bleibt.

Üblicherweise findet eine Aufbahrung innerhalb von acht Tagen nach dem Todesfall statt. Danach muss der Tote bestattet sein. Diese Frist kann allerdings lokal variieren.

Wie lange dauert eine Aufbahrung?

Die Dauer der Aufbahrung kann sehr unterschiedlich ausfallen. Findet sie im Rahmen der Trauerfeier statt, ist sie naturgemäß sehr kurz. Bei einem separaten Aufstellen, wie zu Hause, ist sie dagegen deutlich länger. Hier besteht sehr viel Gestaltungsfreiheit. In privaten Räumen sind Wünsche und zeitliche Bedürfnisse der Hinterbliebenen deutlich einfacher zu berücksichtigen. Jedoch gibt es von den Bundesländern vorgesetzte Fristen, wie lange ein toter nach Eintreten des Todes zu Hause aufgebahrt werden darf.

Beim Abschiednehmen in der Leichenhalle bist du übrigens meistens auch nicht an Öffnungszeiten gebunden. Allerdings musst du die Organisation mit dem Bestatter oder dem Inhaber der Räumlichkeiten absprechen. Vergiss dabei nicht, dass eine längere Nutzung des Raumes auch höhere Kosten bedeuten.

Aufbahrung eines Verstorbenen zu Hause

In Deutschland ist eine Aufbahrung zu Hause zulässig, solange die lokal geltenden Fristen nicht überschritten werden. Je nach Bundesland gibt es verschiedene Fristen, die zwischen 24 und 48 Stunden betragen können.

Für die Aufstellung ist es notwendig, dass der Tote im Haus verstorben ist. Er kann auch nach dem Tod, zum Beispiel aus dem Krankenhaus, nach Hause überführt werden.

Der Verstorbene kann anstatt in einem Sarg auch in seinem eigenen Bett aufgebahrt werden. Das und die vertraute Umgebung, kann das Abschiednehmen angenehmer gestalten.

Ebenfalls können hier enge Angehörige an der Totenwasche teilnehmen. Dieser sehr intime Moment in vertrauter Umgebung ist ein häufiger Grund für die Wahl zu Hause.

Zudem entfallen die Kosten für spezielle Aufbahrungsräumlichkeiten. Allerdings solltest du vorher mit allen Bewohnern sprechen. Viele Menschen empfinden die Anwesenheit eines Toten in ihrem Heim nämlich als belastend oder beängstigend.

Kühlung der Leiche zu Hause

Sehr wichtig für die Aufbahrung in den eigenen vier Wänden ist die Kühlung der Leiche. Sie sorgt dafür, dass der Tote im Aufbahrungszeitraum weiterhin gut aussieht. Außerdem ist sie eine wichtige Voraussetzung für die Hygiene.

In welcher Form die Kühlung der Leiche zu Hause erfolgen soll, besprichst du am besten mit dem Bestatter. Er hat das entsprechende Fachwissen und Erfahrung. Er kann dich beraten, in welcher Form der Tote am besten gekühlt wird.

Kann eine Leiche nach einer Obduktion aufgebahrt werden?

In den meisten Fällen kann eine Leiche nach einer Obduktion aufgebahrt werden. Die Spuren der Autopsie werden dafür vom Thanatopraktiker versteckt. Es ist sogar eine offene Aufbahrung möglich.

Kosten

Die Kosten einer Aufbahrung liegen zwischen 150 und 500 Euro. Sie enthalten die Vorbereitung der Leiche, den verwendeten Raum, Schmuck und Durchführung.

Die günstigste Lösung ist die geschlossene Aufbahrung bei der Trauerfeier ohne Nutzung eines separaten Trauerraumes. Bei der Verabschiedung daheim entfällt zwar die Raummiete, du musst aber mit höheren Kosten für Überführung und eventueller Kühlung der Leiche rechnen.

Aufbahrung ja oder nein?

Der Tod eines nahestehenden Menschen ist immer schmerzhaft. Er reißt eine Lücke in dein Leben. Auch wenn der Todesfall bereits abzusehen war, ist er oft schwer zu begreifen. Noch schlimmer ist es, wenn er plötzlich kommt. Für viele Angehörige und Freunde ist die formelle Trauerfeier dann nicht genug. Sie brauchen eine individuellere und privatere Möglichkeit, sich zu verabschieden.

Der Hauptgrund für die Aufbahrung einer Leiche ist die persönliche Verabschiedung. Sie kann helfen, das Ende des Lebens bewusst zu machen und es zu verarbeiten. Das friedliche Aussehen vom Toten vermittelt Trost.

Im Gegensatz empfinden viele die Aufstellung eines Toten als makaber. Sie möchten lieber den lebenden Menschen in Erinnerung behalten.

Bei der Frage, ob Aufbahrungen ja oder nein, gibt es kein richtig oder falsch. Der eine mag lieber im Stillen an einem bedeutsamen Ort alleine Abschied nehmen, der andere würde den Toten gerne noch einmal sehen. Sofern sollten Hinterbliebene miteinander reden und gemeinsam eine Entscheidung treffen.