Trauerfeier

Die Trauerfeier ist die formelle letzte Verabschiedung von einem Verstorbenen. Sie findet zumeist unmittelbar vor der Beerdigung statt und bietet die Gelegenheit, sich noch einmal an den geliebten Menschen und sein Leben zu erinnern.

In Deutschland findet der Ablauf meistens nach dem christlichen Brauch oder als ihm ähnelnde weltliche Zeremonie statt. Die Gestaltung kann aber je nach der Religion des Toten variieren.

In diesem Artikel erfährst du, auf was du beim Trauerfeier gestalten achten solltest, wie du persönliche Elemente einbringen kannst und wie der Ablauf einer Trauerzeremonie ist. Außerdem sagen wir dir, welche Kleidung angemessen ist.

Trauerfeier gestalten

Üblicherweise wird die Trauerzeremonie vom Bestatter in Rücksprache mit den engsten Hinterbliebenen organisiert. Der Bestatter kann eine jahrelange Berufserfahrung vorweisen und hilft dadurch, dass bei der Planung nichts Wichtiges vergessen wird. Angehörige oder der Tote zu Lebzeiten können aber auch selbst die Trauerfeier gestalten und persönliche Bedürfnisse einbringen.

Insbesondere bei einer weltlichen Trauerfeier gibt es viele Möglichkeiten der Gestaltung. Während religiöse Zeremonien meistens nach einem traditionellen Brauch abgehalten werden, so kann eine weltliche Feier frei nach individuellen Wünschen organisiert werden. Manche Menschen kreieren sogar eigene kleine Abschiedsrituale und leiten Trauerredner, Musik oder Dekoration selber.

Wichtig ist nur, dass bei allen Entscheidungen zur Trauerfeiergestaltung die Wünsche des Verstorbenen berücksichtigt sind. Dadurch erweisen Hinterbliebene dem Toten Respekt. Zusätzlich sollte man darauf achten, ebenfalls andere Trauernde nicht vor den Kopf zu stoßen. Sie haben ebenfalls Bedarf, ihre Trauer auszudrücken und sich an den Toten zu erinnern. Ungewöhnliche Abschiedsrituale sollten daher im Vorfeld abgesprochen sein. Besonders ältere Menschen bevorzugen einen traditionellen Ablauf.

Es ist ebenso möglich, eine separate Verabschiedung durchzuführen. Diese kann zum Beispiel mit Hilfe einer Aufbahrung oder alleine am Grab vonstattengehen.

Einladung – Wen und wie einladen?

Menschen können ihre Trauer als sehr privat empfinden. Sie wünschen sich dann meistens eine Trauerzeremonie im engsten Kreis der Familie. Das kann so weit gehen, dass nur Ehepartner und Kinder des Verstorbenen eingeladen werden. Wiederum Andere wünschen sich eine große Zeremonie und finden Trost darin, zu sehen, wie viele Leute mit ihnen trauern. Sie möchten daher eine öffentliche Trauerfeier gestalten und laden über eine regionale Zeitung ein. Wer und wie viele zur Feier eingeladen werden, hängt demnach ganz von den Einladenden ab.

Während zu einer öffentlichen Zeremonie Gäste öffentlich eingeladen werden, erfolgt bei einer privateren Trauerfeier die Einladung persönlich – teilweise über das Telefon. In Nachbarländern ist es sogar üblich, Einladungen per Post zu versenden. Diese haben den Vorteil, dass auch zum Beispiel Informationen zur Kleidung schriftlich bekannt gegeben werden können.

Eine Trauerfeiereinladung ist meistens mit einem schwarzen Trauerrand versehen und oft mit christlichen Symbolen geschmückt.

Örtlichkeit

Üblicherweise findet die Trauerfeier auf dem Friedhof unmittelbar vor der Beerdigung statt. Bei Urnenbestattungen wird sie aber manchmal im Krematorium vor der Einäscherung durchgeführt. Dann können nahe Verwandte ebenfalls zusehen, wie der Sarg den Flammen übergeben wird.

Für christliche Trauerfeiern hat der Friedhof eine eigene Kapelle. Bei evangelischen Abschiedszeremonien ist ein Gottesdienst in den Ablauf eingeschlossen. Auch bei einer katholischen Trauerfeier kann das vorkommen. Traditioneller ist dabei aber eine separate Messe vor oder nach der Beerdigung. Sie findet häufig in einer Kirche statt. Eine weltliche Trauerfeier kann in der Trauerhalle oder einem separaten Raum auf dem Friedhof durchgeführt werden. Auch manche Bestattungsinstitute verfügen über entsprechende Räumlichkeiten.

Welche Musik zur Trauerfeier?

Fast immer besteht die Möglichkeit, die Musik für die Trauerfeier selbst auszuwählen. Statt traurigen Kirchenliedern oder Orgelmusik, ist auch das Abspielen lassen vom Lieblingsstück des Verstorbenen möglich. Ebenso ist ein Live Auftritt eines Sängers oder einer Band organisierbar. Möglicherweise hat der Verstorbene vor seinem Tod auch selbst Wünsche geäußert. Die Lieder für die Trauerfeier sollten seinem Musikgeschmack entsprechen.

Musikalisch Veranlagte können sogar das Lieblingslied des Toten selbst spielen oder vorsingen. Gelegentlich schreiben Musiker sogar ein eigenes Lied, um einen geliebten Menschen ein letztes Mal zu ehren.

Bei der Wahl der Musik ist aber darauf zu achten, dass sie angemessen ist. Auch hier gilt wieder, dass ungewöhnliche Abschiedsrituale abgesprochen sein sollten. Nicht jeder Gast versteht fröhlich oder frivol Musik zu einer Abschiedszeremonie.

Trauerrede und Gebete

Einen einfachen Gottesdienst oder eine weltliche Trauerfeier darf eine weltliche Person leiten. Ist eine Eucharistiefeier, also die heilige Messe, in die Abschiedszeremonie integriert, wird die Trauerrede normalerweise von einem Priester gehalten.

Über den Bestatter kann man ebenfalls einen Trauerredner mieten. Falls die Gefahr besteht, dass der Kummer die Stimme raubt, kann ein gemieteter Redner sehr vorteilhaft sein. Nach der Rede können Gäste weitere Abschiedsworte oder ein Gedicht aufsagen.

Angehörige können die Trauerrede aber auch selbst schreiben und vortragen. Die Vortragsweise muss dabei laut und deutlich sein, damit alle Trauergäste verstehen können.

Möchten Hinterbliebene still gedenken, kann auch ganz auf die Trauerfeier mit Rede verzichten werden.

Dekoration am Tag der Beerdigung

Die Dekoration für die Trauerfeier wird üblicherweise vom Bestatter vorgenommen. Angehörige können sie aber trotzdem selbst auswählen.

Beim Blumenschmuck hilft zusätzlich ein Florist. Er weiß welche Gestaltungsmöglichkeiten es gibt und welche Blumen angemessen sind. Die Lieblingsblumen des Verstorbenen sind oft eine gute Wahl.

Die Trauerfeier organisierenden Angehörigen wählen das Bukett, das auf dem geschlossenen Sarg liegt. Auch das Bild des Toten müssen sie beisteuern. Das Bild sollte so aussehen, wie die verstorbene Person in Erinnerung behalten werden soll.

Findet nach der Beerdigung ein Leichenschmaus statt, sind auch Tischdeko und Servietten zu wählen. Der Tischschmuck sollte dem Anlass entsprechend nicht zu fröhlich ausfallen.

Ablauf einer Trauerzeremonie

Der Ablauf der Trauerfeier beginnt meist schon vor der Zeremonie. Enge Angehörige können bereits im Vorfeld an den Sarg treten, beten oder in der Trauerhalle gedenken. Danach begrüßen oft die Angehörigen die Trauergäste beim Betreten der Kapelle.

Trauerzeremonien auf dem Friedhof oder in Kirchen finden meistens im Sitzen statt. Stand man dem Toten sehr nahe, kann man in den vorderen Reihen Platz nehmen. Andere Trauernde sollten weiter hinten gelegene Plätze wählen.

Nach Ende der Trauerzeremonie tragen die Sargträger den Sarg zum Grab. Hinter ihnen folgen Hinterbliebene. Ihre Reihenfolge wird meist vom Grad der Verwandtschaft bestimmt. Freunde und Bekannte reihen sich hinter ihnen ein.

Nach Absenkung des Sarges treten die Trauernden in derselben Reihenfolge einzeln an das Grab. Üblicherweise wirft jeder eine Schaufel Erde hinein. Stattdessen können aber auch Abschiedsgaben oder Blütenblätter verwendet werden. Meist bleiben die nächsten Angehörigen neben dem Grab stehen. Die übrigen Teilnehmer der Trauerfeier sprechen ihnen ihr Beileid aus.

Wie lange dauert eine Trauerfeier?

In der Regel dauert eine Trauerfeier zwischen einer halben und einer Stunde. Die Dauer der Abschiedszeremonie kann aber stark variieren. Religiöse Verabschiedungen dauern oft etwas länger. Weltliche sind eher kürzer.

Für die Beerdigung im Anschluss plant man üblicherweise eine halbe Stunde ein. Ihre Dauer ist von der Anzahl der Trauergäste abhängig. Insgesamt sollten Beteiligte mit etwa 90 Minuten rechnen.

Ist nach der Beerdigung ein Leichenschmaus geplant, erfolgen dort häufig lange Gespräche mit anderen Trauernden. Es ist also ratsam, keine Termine knapp nach einer Bestattung anzusetzen.

Was zieht man zur Trauerfeier an?

Die traditionelle Kleidung auf einer Beerdigung ist schwarz. Heutzutage gelten aber auch andere dunkle Farben als angemessen.

Männer tragen Anzüge und Frauen Kostüme oder Kleider. Natürlich können Frauen auch einen Businessanzug tragen, wenn sie Hosen bevorzugen.

An der Trauerfeier teilnehmende Personen sollten bei der Wahl der Kleidung die Erwartungen anderer Trauergäste berücksichtigen. Insbesondere traditionsbewusste Menschen könnten sich von alternativen Farben gestört fühlen. In der sehr aufwühlenden Zeit während eines Todesfalls sollte man Rücksicht nehmen.

Auf keinen Fall sollten Angehörige sexuell aufreizende oder bunte Kleidung wählen. Auch auffallender Schmuck und starke Schminke gelten als unpassend. Während der Trauerfeier gilt es nicht aufzufallen. Die Hauptperson ist der Verstorbene.

Was nimmt man mit zu einer Trauerfeier?

Bei der Trauerfeier können Taschentücher sehr nützlich sein. Auch wenn ein Angehöriger nicht von Tränen übermannt wird, kann er anderen mit einem Tuch aushelfen. Außerdem sollte man etwas Kleingeld griffbereit haben. Auf einer Beerdigung ist es üblich, dem Helfer, der einem am Grab die Schaufel reicht, im Gegenzug eine Münze zuzustecken. Wenn Hinterbliebene ein letztes Geschenk ins Grab werfen wollen, darf auch dieses nicht vergessen werden.

Blumenkränze werden üblicherweise von einem Floristen auf den Friedhof aufgestellt. Lediglich Blumen als Grabbeigaben bringt man persönlich mit. Dabei kann es sich um eine Blumenart handeln, die eine besondere Bedeutung für den Toten hatte.

Nach der Bestattung

Nach der Beerdigung fühlen sich manche Menschen erleichtert. Für die meisten ist die Trauerarbeit aber noch nicht abgeschlossen. Viele möchten nach der Trauerfeier über ihre Erinnerungen an den Verstorbenen sprechen. Dazu bietet der Leichenschmaus Gelegenheit. Hinterbliebene, die jetzt lieber Ruhe suchen, müssen jedoch nicht am Beerdigungskaffee teilnehmen. Jeder trauert anders. Dies gilt es zu respektieren.

Besondere Vorsicht ist bei dem direkten Heimfahren geboten. Allzu leicht kann die Trauer nach der Trauerzeremonie vom Straßenverkehr ablenken. Am besten ist, wenn Trauernde einen Spaziergang nach Hause machen oder sich einen Fahrer organisieren.