Was bringt man zur Beerdigung mit

Wer das erste Mal zu einer Bestattung geht, ist im Vorfeld oft verunsichert. Was bringt man zur Beerdigung mit? Sind trostspendende Geschenke für die Hinterbliebenen angemessen? Wie übergibt man eine solche Gabe richtig? Und wann ist der richtige Zeitpunkt beim Beerdigungstermin? Mit diesem Ratgeber möchten wir einen kleinen Knigge zu Mitbringseln und dem korrekten Verhalten rund um sie bieten. Wir erklären Kondolenzschreiben, die unterschiedlichen floristischen Optionen, Geschenke und Grabbeigaben.

Kondolenzschreiben

Ein Kondolenzschreiben oder eine Kondolenzkarte ist eine schriftliche Beileidsbekundung mit tröstenden Worten. Das Schreiben wird bei der Beerdigung in einem verschlossenen Umschlag an einem dafür vorgesehenen Ort abgelegt. Ist kein solcher Platz ersichtlich, kann es auch persönlich bei der Beileidsbezeugung am Grab übergeben werden.

Ein Kondolenzschreiben ist nützlich für Menschen, die mündlich oft nicht die richtigen Worte finden. Es kann in Ruhe im Voraus formuliert werden. Das bietet die Möglichkeit nette Trauersprüche herauszusuchen oder Vorschläge von Freunden einzuholen. Auch wer mehr als nur einen kurzen Satz sagen möchte, schreibt besser ein Kondolenzschreiben.

Auf der Beerdigung sind die Angehörigen des Verstorbenen oft emotional zu aufgewühlt, um die Trostworte wirklich aufzunehmen. Eine Kondolenzkarte können sie dann später lesen und wirken lassen. Deshalb ist sie oft letztlich ein größerer Trost als die mündliche Beileidsbezeugung.

Ein weiterer Vorteil eines Kondolenzschreibens ist, dass in ihm auch Geldgeschenke eingelegt werden können. So erfolgt die Übergabe diskret und von den anderen Trauergästen unbemerkt. Ob eine Geldspende angemessen ist, ist allerdings von Region der Beerdigung und auch von der Trauerfeier an sich verschieden.

Blumen, Handstrauß oder Gesteck

Meistens kümmert sich der Florist um den Blumenschmuck auf einer Beerdigung. Das geschieht, um den Schmuck farblich zusammenpassend zu halten und übertriebene Mengen zu vermeiden. Daher sollten Eingeladene nicht verwundert sein, wenn bereits in der Einladung zur Trauerfeier die Bitte formuliert ist, keine Blumen mitzubringen. Im Gegenzug können Hinterbliebene Geld für den Blumenschmuck spenden.

Gibt es keinen ausdrücklichen Vermerk in der Einladung, sind Blumen, Sträuße und Gestecke willkommen. Sie sind die traditionellen Abschiedsgeschenke für den Verstorbenen. Diese können Trauergäste bei einem Floristen der Wahl bestellen und direkt an den Ort der Trauerzeremonie liefern lassen. Das ist besonders bei Kränzen sinnvoll, die oft sehr groß und unhandlich zu tragen sind.

Um die Aufstellung der direkt gelieferten Blumendekorationen kümmert sich das Bestattungsunternehmen. Selbst mitgebrachte Blumen und Gestecke werden unmittelbar nach Betreten der Trauerhalle am Sarg oder der Urne niedergelegt.

Zur Auswahl der Blumen bieten die meisten Blumenhändler fachliche Beratung an. Gern gesehen sind die Lieblingsblumen des Verstorbenen. Ansonsten ist es sinnvoll, sich an typische Blumen einer Beerdigung zu halten. Bei unüblicheren Arten ist es nützlich, zuvor nach dem Blumencode zu fragen. Er ist die sogenannte Blumensprache und interpretiert jede Blume als Nachricht mit einer ihrer Art und Farbe zugeordneten Bedeutung.

Bekannte wählen häufig einzelne Blumen oder Sträuße. Gestecke eignen sich mehr als Mitbringsel für einzelne Verwandte. Kränze können von Gruppen gemeinsam gespendet werden, da sie oft teuer sind. Lediglich bei einem sehr engen Verhältnis zum Verstorbenen, ist ein Kranz von einer Einzelperson angemessen.

Gelegentlich schenken Trauergäste auch lebende Blumen im Topf, die nach dem Begräbnis als Grabschmuck gepflanzt werden. Sie sollten jedoch zur restlichen geplanten Grabgestaltung passen.

Eine andere Möglichkeit ist eine Blume als Grabbeigabe. Diese wird nach der Grabrede in das Grab geworfen. Sie kann auch dann mitgebracht werden, wenn laut Einladung kein Blumenschmuck erwünscht ist.

Geschenke

Die wahrscheinlich typischsten Geschenke zum Beerdigungstermin sind Geldgeschenke. Eine Beerdigung verursacht oft hohe Kosten, weshalb Geld sehr hilfreich sein kann. Es dient also hauptsächlich dem Zweck, bei den Bestattungskosten unterstützend zu wirken. Die Höhe des Betrages ist von der Nähe des Verhältnisses zum Verstorbenen und seiner Familie abhängig. Es sind jedoch mindestens zehn Euro üblich.

Doch Vorsicht: Manche Menschen nehmen solche Unterstützungen als pietätlos oder beleidigend wahr. Daher kann es nützlich sein, ein Geldgeschenk mit dem Vermerk „für Grabschmuck“ oder „für Blumen“ zu versehen.

Hin und wieder findet man auch in der Einladung zur Beerdigung einen Vermerk, dass Geldspenden anstatt an die Familie an eine Wohltätigkeitsorganisation gehen sollen.

Trauergäste, die auch den Hinterbliebenen nahe stehen, möchten ihnen vor allem oft Trost spenden. Dazu eignen sich langlebigere Geschenke. Besser noch als Blumen eignen sich dafür Kerzen, Handschmeichler aus Holz oder Stein, Kreuze oder Engel in Kombination mit einem trostspendenden Spruch. Auch ein Buch mit einer tröstlichen Geschichte oder eine CD mit friedlicher zur Meditation anregender Musik kann ein wirkungsvolles Kondolenzgeschenk sein.

Wer ein ganz persönliches Geschenk mitbringen möchte, der kann ein Fotoalbum mit Bildern des Verstorbenen oder ein Buch voller kleiner Anekdoten aus seinem Leben übergeben.

Für trauernde Kinder eignen sich vor allem weiche Stofftiere. Diese können Kinder an sich drücken, wenn sie sich während der Zeremonie allein und verlassen fühlen oder später mit ihnen alleine trauern. Oft reden sich Kinder Kummer im Gespräch mit einem Stofftier von der Seele.

Gelegenheit zur Übergabe des Geschenkes gibt es oft beim Eintreffen, wenn die Angehörigen die Trauergäste begrüßen. Auch im Rahmen der Beileidsbezeugungen am Grab ist eine Überreichung möglich. Wer dabei nicht zu hastig vorgehen möchte, sollte aber auf eine spätere Gelegenheit warten. Gut geeignet ist dafür zum Beispiel ein Leichenschmaus im Anschluss an die Beerdigung.

Grabbeigaben

Auch Grabbeigaben kann man zur Beerdigung mitbringen. Sie sind Gegenstände, die dem Verstorbenen als letztes Geschenk mit in das Grab gegeben werden. Sie werden nicht übergeben, sondern bei der Abschiednahme in das offene Grab geworfen.

Es ist von Vorteil, wenn es sich um kleine, leichte und gut verrottende Gegenstände handelt. Diese Grabbeigaben machen bei der Landung im Grab keinen Lärm und schädigen die Umwelt nicht. Besonders beliebt sind Blumen oder auch Abschiedsbriefe. Ebenfalls werden gerne sehr persönliche Gegenstände mitgebracht, die den Verstorbenen auf seine letzte Reise begleiten sollen. Bei ungewöhnlicheren Gegenständen ist eine vorherige Abklärung mit der Friedhofsverwaltung ratsam.