Leichenschmaus

Der Leichenschmaus ist eine gemeinsame Mahlzeit der Trauergäste nach der Beerdigung.

Regional sind auch andere Bezeichnungen wie Trauerkaffee, Beerdigungskaffee, Leichentrunk, Kremess, Reuzech, Totenmahl oder Totenschmaus üblich.

Der Leichenschmaus gibt den Gästen die Gelegenheit, Erinnerungen an den Toten auszutauschen. Vielen Menschen hilft das bei der Trauerarbeit. Der Organisator der Trauerfeier nutzt ihn zusätzlich zur Danksagung für die Teilnahme und den Beistand von Bekannten und entfernteren Verwandten.

Doch wie setzt man eine solche Veranstaltung um? Dieser Artikel liefert nähere Informationen zu Art und Inhalt der Einladung. Er erklärt zudem, welche Gerichte für das Essen nach der Beerdigung passend sind und worum es bei der Danksagung geht. Auch beschäftigt er sich mit der Frage, ob und wann ein Leichenschmaus erforderlich ist.

Einladung zum Leichenschmaus

Es ist gebräuchlich die Einladung zum Leichenschmaus gleichzeitig mit der Einladung zur Bestattung zu erteilen. Seltener wird sie am Ende der Beerdigung direkt am Grab ausgesprochen.

Nicht immer sind alle Trauergäste auch zum Beerdigungskaffee geladen. Vor allem bei öffentlichen Bestattungen ist eine Beschränkung der Teilnehmerzahl gängig.

Bei der Auswahl der Gäste ist es ratsam, zunächst einen Kostenrahmen festzulegen. Die Preise für den Veranstaltungsort variieren von Ort zu Ort und sind auch von dem Restaurant abhängig. Es darf als Richtwert mit etwa 20,00 Euro pro Person für die Speisen gerechnet werden. Wer Kosten sparen möchte, kann einen Leichenschmaus in einem kleinen Rahmen zu Hause veranstalten.

Auf jeden Fall ist die Familie des Verstorbenen einzuladen. Dazu kommen üblicherweise weitere Personen, die dem Toten besonders nahegestanden haben. Auch der Priester oder Trauerredner, der die Trauerfeier geleitet hat, ist häufig unter den Geladenen.

Allerdings nimmt nicht jeder Trauernde gerne an einem Leichenschmaus teil. Manche Menschen haben unmittelbar nach einer Beerdigung keinen Appetit oder empfinden ein feierliches Essen als unangemessen. Andere möchten gerade dann mit ihrer Erinnerung an den Verstorbenen alleine sein. Es ist hilfreich, ihnen im Voraus die Möglichkeit zur Absage zu geben. So können Organisierende ebenfalls besser tatsächliche Teilnehmerzahl und die Kosten planen.

Muss man einen Totenschmaus machen?

Der Totenschmaus ist nicht zwingend erforderlich. Er ist allerdings ein alter und weit verbreiteter Brauch. Für viele Menschen gehört der Leichenschmaus daher einfach nach einer Beerdigung dazu.

Bei anderen ist sogar das Zusammensitzen und gemeinsame Erinnern ein wichtiger Teil der Trauerarbeit. Es ist also sinnvoll vor der Entscheidung, ob man einen Totenschmaus veranstaltet oder nicht, mit den anderen nahen Angehörigen Rücksprache zu halten. Sind alle der Meinung, dass ein stiller Ausklang angenehmer ist, kann das gemeinsame Essen natürlich auch entfallen.

Wird sich gegen ein gemeinsames Essen entschieden, kann übrigens ein weiterer Besuch am Grab später am Tag Gelegenheit zu tröstlichen Gesprächen in einer kleineren Gruppe bieten.

Einladung zum Leichenschmaus formulieren

Im Umfeld einer Bestattung die richtigen Worte zu finden, ist oft schwer. Sie sollten informativ formuliert sein und dennoch nicht gefühllos wirken. Dies ist ein Grund, die Einladungen zum Leichenschmaus lieber schriftlich als mündlich zu erteilen. Dann kann eine wortgewandtere Person oder auch der Bestatter bei der Wortwahl helfen. Gerade Letzterer hat viel Erfahrung in diesem Bereich und ist eine wertvolle Unterstützung.

Mündliche Einladungen können persönlicher wirken, sind aber am Grab nur möglich, wenn der sie aussprechende Angehörige sicher ist, dass er dabei nicht von seiner Trauer überwältigt wird.

Das Essen nach der Beerdigung

Es gibt keine Vorschriften dazu, wie ein Leichenschmaus ablaufen muss. Allerdings ist es ratsam, für das Essen nach der Beerdigung einen Ort in der Nähe des Friedhofes zu wählen. Üblich ist, dass die Teilnehmer direkt vom Grab zum Trauerkaffee gehen. Die meisten Hinterbliebenen entscheiden sich deshalb für ein Restaurant, da es meist für alle Beteiligten die bequemste Lösung ist. Je nach der Tageszeit kann es sich dabei statt einem Restaurant auch um ein ruhiges Kaffeehaus handeln. Nach einem Seebegräbnis findet das gemeinsame Essen manchmal auch auf dem Schiff selbst statt.

Die Dauer eines Leichenschmauses liegt meistens zwischen einer und drei Stunden.

Traditionelle Gerichte

Grundsätzlich gibt es bei den Speisen eine vielfältige Auswahl an Möglichkeiten. Immer häufiger entscheiden sich Hinterbliebene aber für die Lieblingsspeise des Verstorbenen. Ebenfalls gibt es einige traditionelle Gerichte, die für das Essen nach der Beerdigung üblich sind. So sind zum Beispiel Tafelspitz, Schnitzel, Schweinsbraten, Gulasch oder Kümmelbraten beliebt. Doch auch kleine Speisen wie Blechkuchen, kalte Platten und Suppen werden häufig als Leichenschmaus serviert. Diese bieten besonders an, da Trauernde oft wenig Appetit haben.

Trauerkaffee oder Leichentrunk

Ein Leichenschmaus ist nicht unbedingt mit einem Essen verbunden. Ist nicht damit zu rechnen, dass die Trauergäste hungrig sind, kann auch ein Leichentrunk stattfinden. Er sollte jedoch nicht zu einem fröhlichen Besäufnis ausarten. Ein gemeinsames Glas Wein oder auch ein Trauerkaffee bieten eine Gelegenheit zum Zusammensitzen. Der Hauptgrund für das Zusammenkommen ist das gemeinsame Erinnern. Was dabei konsumiert wird, ist für die meisten Menschen zweitrangig. Lediglich wenn die Beerdigung gerade zur Mittags- oder Abendbrotzeit endet, sollte die Möglichkeit bestehen, zum Trunk auch etwas zu Essen zu bestellen.

Danksagung zum Totenschmaus

Bei einem Leichenschmaus oder dem Trauerkaffee ist nicht unbedingt eine große Dankesrede erforderlich. Oft ist der Schmerz noch zu groß für lange Worte. Dennoch findet häufig zu Beginn des Essens eine Danksagung von den engsten Angehörigen des Toten statt, bei der sie sich für das Kommen der Trauergäste zur Beerdigung bedanken.

Manchmal kommt es vor, dass auch der eine oder andere Trauergast einige Worte an die Hinterbliebenen oder die Trauergemeinschaft richtet. In erster Linie handelt es sich beim Leichenschmaus aber um ein zwangloses und gemeinsames Beisammensein, bei dem über Erinnerungen an den Verstorbenen gesprochen wird.

Auch Dankesworte für Zuwendung und Trost vor und während der Bestattung können beim Beerdigungskaffee gesprochen werden. Sind der Priester, Trauerredner oder Bestatter anwesend, spricht der Organisator der Trauerfeier auch ihnen den Dank aus.

Die Worte für die Danksagung dürfen ruhig kurz und einfach ausfallen. Nach der langen Zeremonie und Trauerrede hat selten noch jemand den Wunsch, eine lange Ansprache zu hören. Viel wichtiger ist den Teilnehmern, sich über ihre Erinnerungen an den Toten auszutauschen und so ihrer Trauer Erleichterung zu verschaffen. Die meiste Zeit beim Totenschmaus sollte daher für informelle Gespräche freigehalten werden.