Weltraumbestattung

Unter der Weltraumbestattung ist eine Bestattung im Weltall gemeint. Diese Bestattungsart ist für diejenigen die richtige Wahl, die es außergewöhnlich mögen und Teil des Universums werden möchten.

Eine Trägerrakete schießt eine Mikrokapsel mit einem Teil der Asche des Verstorbenen in den Weltraum. Die Weltallbestattung wird manchmal auch als Memorial bezeichnet, da das Aufsteigen vom Flugkörper als eine Zeremonie zum Gedächtnis des Toten dient. Bei der Art der Bestattung stehen dir verschiedene Formen zur Auswahl. Die Möglichkeiten, der Ablauf und die Kosten erfährst du im in diesem Ratgeber.

Möglichkeiten der Bestattung im Weltall

Die Weltraumbestattung ist in Deutschland nicht erlaubt. Hier gilt generell eine Friedhofspflicht. Jedoch gibt es Möglichkeiten im Ausland. Bekannt für die Bestattungsart sind die USA und das Unternehmen Celestis. Je nachdem wie weit die Aschekapsel in Richtung Weltall transportiert werden soll, unterscheidet man die Formen dieser Bestattungsart.

Suborbitaler Flug

Eine Rakete schickt bei einer suborbitalen Weltraumbestattung die Kapsel mit Asche des Verstorbenen bis zu 100 Kilometer in die Erdatmosphäre. An einem Fallschirm fällt sie von dort wieder zurück auf die Erde.

Orbitaler Flug

Bei dieser Art von Bestattung gelangt die Kapsel mit der Asche des Verstorbenen in eine niedrige Erdumlaufbahn. Nach einigen Erdumrundungen tritt sie wieder in die Erdatmosphäre ein. Sobald dies geschieht, verglüht die Mikrokapsel mitsamt Inhalt. Aufgrund des Ablaufes ist sie auch als Sternschnuppenbestattung bekannt.

Mondbestattung

Eine Mondbestattung ist eine besonders exklusive Variante der Bestattung im Weltall. Die Rakete mit dem Ascheanteil vom Verstorbenen wird hier bis in die Umlaufbahn vom Mond geschickt. Nach mehreren Tagen schlägt die Kapsel auf der Mondoberfläche auf. Der Mond kann so als dauerhaftes und sichtbares Denkmal für Hinterbliebene dienen.

Flug ins Weltall

Die Kapsel kann auch dem Weltall übergeben werden, ohne dass die sie wieder zur Erde zurückkehrt oder beim Eintritt verglüht. Sie fliegt dann frei durch das Weltall. Auch das ist eine sehr exklusive Variante einer Weltraumbestattung.

Ablauf

Der Ablauf einer Weltraumbestattung ist sehr speziell. Bereits bei der Vorbereitung muss an einige Aufgaben gedachten werden. Doch einige Bestatter in Deutschland helfen Interessenten bei der Planung und Durchführung.

Voraussetzungen

Für eine Bestattung im Weltall muss die Leiche des Verstorbenen in einem Krematorium eingeäschert werden. Die Asche wird danach in das Ausland überführt. Da es sich um eine organisatorisch aufwendige und finanziell teure Bestattung handelt, ist eine Planung und Vorsorge wertvoll. Das Aufsetzen einer Bestattungsverfügung ist sehr hilfreich. Da sie außerdem auch vergleichsweise viel kostet, ist eine Bestattungsvorsorge eine gute Möglichkeit der finanziellen Absicherung. Gleichzeitig sind so die Wünsche zu der ausgesuchten Art und Weise der Bestattung bereits zu Lebzeiten niedergeschrieben.

Überführung

Für den gewünschten Ablauf der Weltraumbestattung muss die gesamte Kremationsasche vom Toten zum Unternehmen, welches die Asche an den Rand der Erde und gar weiter hinaus befördert, überführt werden. Da diese Bestattungsart in der Regel vom amerikanischen Unternehmen Celestis durchgeführt wird, muss die Asche von Deutschland aus in die USA gesendet werden. Einige Bestatter in Deutschland bieten diese Dienstleistung der Überführung an.

Rakete ins Weltall

Der Transportbehälter mit der Mikrokapsel des Verstorbenen wird zusammen mit weiteren Kapseln als Beifracht in einer Rakete ins Weltall geschickt. Bei dem Start der Rakete können Angehörige dabei sein. Ist sie einmal gestartet, wird der Transportbehälter mit den Kapseln in der richtigen Höhe und an der zuvor bestimmten Stelle dem Weltall übergeben.

Die meist gewählte Form der Weltraumbestattung ist der orbitale Flug. Sobald sich der Behälter mit den jeweils Aschekapseln öffnet, kreisen sie für eine Zeit in der Erdumlaufbahn um die Erde herum. Nach einiger Zeit treten sie dann wieder in die Erdatmosphäre ein und verglühen als sichtbare Sternschnuppen.

Bei der Mondbestattung geht die Mikrokapsel auf eine besonders lange Reise. Erst nach mehreren Tagen erreicht die Kremationsasche den Mond.

Mikrokapseln in der Rakete

Eine typische Urne wäre zu groß und zu schwer für eine Rakete. Daher wird bei der Weltraumbestattung die Asche vom Verstorbenen mit einer Mikrokapsel ins Weltall befördert. Diese Kapsel, die etwa daumengroß ist und mit einer Widmung versehen werden kann, enthält im Normalfall ein bis sieben Gramm Inhalt. Es ist aber auch möglich, eine größere Menge Kremationsasche auf diese Weise zu bestatten. Dies ist aber mit höheren Kosten verbunden. Meistens befinden sich die Kapseln von mehreren Verstorbenen im Transportbehälter. Sie werden somit gleichzeitig in den Weltraum transportiert.

Übrige Asche

Bei einer Kremation fallen im Durchschnitt etwa zwei Kilogramm Kremationsasche an. Für die Weltraumbestattung werden davon jedoch nur ein bis sieben Gramm benötigt. Als Reserve, falls der erste Missionsflug missglückt, behält das Unternehmen für die Bestattungsart zusätzliche Asche ein. Da aufgrund ethischer Sichten die Überreste vom Toten in Deutschland nicht geteilt werden dürfen, muss zunächst der gesamte Teil in das Ausland überführt werden. Nach der erforderlichen Entnahme kommt ein Paket mit der übrigen Asche zurück. Diese kann in Deutschland nach den gültigen Gesetzen beigesetzt werden.

Ab hier stehen dir alle Möglichkeiten zur Verfügung, die es bei einer herkömmlichen Feuerbestattung auch gibt. Die Asche kann in einer Urne auf dem Friedhof beigesetzt oder anonym bestattet werden. Auch eine Waldbestattung oder Seebestattung sind möglich. In den meisten Fällen übernimmt der Bestatter, der sich um die Überführung gekümmert hat, die Aufgabe und organisiert eine Bestattung der übrigen Reste nach den Wünschen des Verstorbenen oder der Angehörigen.

Was kostet die Weltraumbestattung?

Die verschiedenen Arten von Bestattungen im Weltall sind auch unterschiedlich teuer. Daneben haben auch die Menge der Asche und die Anzahl der Mikrokapseln, die mit der Rakete ins Weltall befördert werden, einen Einfluss auf den Preis.

Bei einer Weltraumbestattung sind die Kosten der verschiedenen Arten die folgenden:

  • Suborbitale Flüge mit einem Gramm Kremationsasche sind bereits ab knapp über 2.000 Euro möglich.
  • Orbitale Flüge kosten zwischen 4.000 bis 12.000 Euro.
  • Eine Bestattung auf dem Mond schlägt mit 10.000 bis 22.000 Euro zu Buche.
  • Die Bestattung in die Weite vom Weltall kostet ebenso 10.000 bis 22.000 Euro.

Das sind aber längst nicht alle Kosten, mit denen du rechnen musst. Denn zu den Kosten für die Weltraumbestattung kommen die der Einäscherung und für die Überführung hinzu. Des Weiteren muss zusätzlich noch eine Bestattung der restlichen Asche in Deutschland eingeplant werden. Dies solltest du auch beim Abschluss einer Bestattungsvorsorge bedenken.

Vor- und Nachteile der Weltallbestattung

Die Weltraumbestattung ist eine sehr außergewöhnliche Art jemanden zu bestatten. Doch ist sie die richtige Bestattungsart für dich? Hier sind noch einmal die Vor- und Nachteile für dich aufgelistet.

Vorteile

  1. Verbundenheit zum Weltraum: Für Menschen, die sich mit der Raumfahrt und dem Weltall besonders verbunden fühlen, besitzen mit ihr eine passende Bestattungsart.
  2. Besondere Erinnerung: Bei Betrachtung von Sternschnuppe oder Mond können Angehörige an den Verstorbenen gedenken.
  3. Memorial: Der Raketenstart kann als Feierlichkeit zum Gedenken und Abschiednehmen von Angehörigen genutzt werden.
  4. Ruhezeit ist unbefristet: Die Weltraumbestattung ist für die Ewigkeit. Es gibt dort keine Ruhezeiten oder Nutzungsrechte einer Grabstelle, wie sie z.B. auf Friedhöfen üblich sind.
  5. Einmalige Kosten: Bei der Weltraumbestattung fallen die Kosten nur einmal an. Folgekosten gibt es nicht.

Nachteile

  1. Teilung der Asche: Nach ethischen Grundsätzen sollte die Asche einer Person nicht geteilt sein.
  2. Hohe Kosten: Es fallen verhältnismäßig Kosten für Überführungen, die Weltraumbestattung und für dem eventuellen Dasein von Angehörigen beim Raketenstart im Ausland an.
  3. Organisation von zwei Bestattungen: Neben der Weltraumbestattung muss für den übrigen Teil der Kremationsasche noch eine zweite Bestattung durchgeführt werden.
  4. Grabstelle fehlt: Oft wird die übrige Asche anonym bestattet – manchmal sogar im Ausland selber. In diesen Fällen ist keine direkte Grabstelle vorhanden, an denen die Hinterbliebenen trauern können.
  5. Lange Wartezeiten: Bei einer Bestattung im Weltall muss mit langen Wartezeiten gerechnet werden. Um diese Wartezeit etwas zu verkürzen, ist es ratsam, eine solche Bestattung bereits zu Lebzeiten zu planen und anzumelden.

Luftbestattung als Alternative

Wenn eine Weltraumbestattung nicht das richtige für dich ist, gibt es noch andere besondere und nicht typische Bestattungsarten. Die ähnlichste Alternative zur Weltallbestattung ist die Luftbestattung. Hier kann die Asche vom Verstorbenen aus einem Helikopter, Flugzeug oder Heißluftballon am Himmel verstreut werden. Gerade für Menschen, die einen besonderen Bezug zum Thema Freiheit hatten oder Höhen mochten, stellt diese Bestattungsart eine schöne Möglichkeit dar.