Nachthimmelbestattung

Die Nachthimmelbestattung ist eine sehr spezielle Form der Luftbestattung und noch weitgehend unbekannt. Eine Kapsel mit der Kremationsasche wird in eine Feuerwerksrakete gefüllt. Nach dem nächtlichen Start steigt die Rakete auf rund 200 bis 400 Metern Höhe und explodiert dort. Die Asche verstreut sich so in der Luft. Die Überreste des Verstorbenen werden auf diese Weise wieder Teil der Natur. Wegen der Verwendung einer Rakete wird diese spezielle Bestattungsart auch Raketenbestattung genannt.

In diesem Artikel erfährst du alles zur exklusiven Bestattungsart der Nachthimmelbestattung, deren Ablauf und Kosten. Anschließend zeigen wir dir auf, worin die Vor- und Nachteile liegen.

Ist die Nachthimmelbestattung in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist die Nachthimmelbestattung nicht erlaubt. Durch den bestehenden Friedhofszwang muss die Asche auf einem dafür vorgesehenen Gelände bestattet werden. Erlaubt sind ausschließlich Bestattungen auf dem Friedhof, in Bestattungswäldern oder eine Seebestattung auf hoher See. Eine Verstreuung in der Luft ist jedoch verboten und muss deshalb im Ausland stattfinden.

Ablauf

Nach der erfolgten Einäscherung wird die Urne mit der Kremationsasche ins Ausland, etwa nach Tschechien, überführt. Dort ist die Bestattungsart erlaubt. Häufig findet sie von einem Friedhofsgelände aus statt. Der Ort, an dem die Rakete mit der Kremationsasche startet, ist im Ausland nicht komplett frei wählbar. Bestehen allerdings besondere Wünsche, dann kann mithilfe eines Anbieters der Nachthimmelbestattung nach Lösungen gesucht werden.

Die gesamte Asche des Verstorbenen wird in eine große Feuerwerksrakete gefüllt. Dazu werden, je nach Wunsch des Verstorbenen oder der Angehörigen, auch Blütenblätter hinzugegeben.

Vor dem Start der Rakete mitsamt Ascheinhalt findet meist eine Feierlichkeit mit dem Abfeuern verschiedener Feuerwerkskörper statt. Aus der Bestattung entsteht so ein spektakuläres Event. Die Feuerwerksraketen erleuchten den nächtlichen Himmel. Die verschiedenen Farben erzeugen eine festliche Stimmung. Durch den abendlichen Zeitpunkt der Bestattung trägt die Bestattungsart den Namen Nachthimmelbestattung.

Als Abschluss der Feierlichkeit schießt der Bestatter vor Ort die Rakete mit der Asche in den Himmel. In 200 bis 400 Metern Höhe wird eine mächtige Feuerwerksblume freigesetzt. Das Aschebehältnis und die Überreste des Verstorbenen werden zusammen mit den Blütenblättern in der Luft verteilt und so an die Natur übergeben.

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine Nachthimmelbestattung ist die Feuerbestattung. Für die Kremation, aber auch für die spätere Raketenbestattung im Ausland ist eine entsprechende Verfügung wichtig.

Besonders bei außergewöhnlichen und kostenintensiveren Formen der Bestattung ist es wichtig, dass bereits vor dem Tod Vorkehrungen getroffen werden. Mit einer Vorsorge wird sichergestellt, dass später die benötigten finanziellen Mittel vorliegen. So werden auch die eigenen Wünsche und Vorstellungen zum Ablauf schriftlich festgehalten.

Eine Bestattungsverfügung sollte nicht mit dem Testament aufbewahrt werden. Es besteht die Gefahr, dass das Testament erst nach der Bestattung geöffnet wird. Wenn die Angehörigen erst dann erfahren, welche Bestattungsart gewünscht war, ist es zu spät.

Überführung

Da die Durchführung diese Art der Bestattung in Deutschland verboten ist, muss die Kremationsasche ins Ausland überführt werden. Zum Beispiel ist in Tschechien die Nachthimmelbestattung möglich. Die Organisation wird jedoch bereits von Deutschland aus angeboten. Bestatter hierzulande leiten nötige Vorkehrungen in die Wege. Um einen reibungslosen Ablauf zu garantieren, sollte die Raketenbestattung schon zu Lebzeiten organisiert werden.

Trauerfeier

Die Trauerfeier kann vor Ort mit der Nachthimmelbestattung erfolgen. Anbieter gestalten gerne eine ruhigere Abschiedsfeier im Vorfeld des Raketenstarts. Doch nicht alle, die dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen wollen, können in das Ausland reisen. Aus diesem Grund kann bereits in Deutschland eine Trauerfeier erfolgen. Oft findet sie zusammen mit der Feuerbestattung statt. Es ist ebenso möglich, dass der Leichnam vor der Einäscherung aufgebahrt wird. So können alle Freunde und Bekannte persönlich Abschied nehmen.

Was kostet eine Nachthimmelbestattung?

Bei der Nachthimmelbestattung muss mit Kosten von rund 2.000 Euro gerechnet werden. Die Anzahl an Angehörigen, die bei der Trauerfeier dabei sein möchten, ist maßgeblich für anfallende Aufwendungen. Zusätzlich fallen Unkosten für die An- und Abreise und eventuelle Übernachtungen an. Auch der Umfang von Feuerwerksraketen, die während der Zeremonie gestartet werden sollen, ist für den Preis entscheidend.

Zudem muss die Kremation beachtet werden. Zur Nachthimmelbestattung kommen noch die Kosten für die Feuerbestattung hinzu.

Vor- und Nachteile der Raketenbestattung

Jede Art der Bestattung hat ihre Vor- und Nachteile. Diese gilt es gegeneinander abzuwägen und sich bereits zu Lebzeiten intensiv und eingehend damit zu beschäftigen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der letzte Gang nach den persönlichen Wünschen gestaltet ist.

Die Vorteile der Nachthimmelbestattung sind:

  1. Asche wird der Natur übergeben: Durch eine Nachthimmelbestattung wird die Asche in der Luft verstreut und verteilt sich in der Umgebung.
  2. Spektakuläre Zeremonie: Sie ist eine eindrückliche und besondere Art der Bestattung mit einem farbenfroh beleuchteten Nachthimmel.
  3. Keine Friedhofsgebühren: Langfristige Kosten für die Grabpflege und den Grabunterhalt entfallen.

Auf der anderen Seite sind bei einer solchen Bestattung folgende Nachteile zu bedenken:

  1. Kein Anlaufpunkt für Trauernde: Es gibt kein Grab, an dem die Angehörigen trauern können
  2. Lange Anreise: Da die Bestattung im Ausland erfolgen muss, findet müssen Trauernde reisen.
  3. Zünden von Feuerwerkskörper: Feuerwerke gelten als umweltschädlich.

Alternativen

Alternativen zu einer Nachthimmelbestattung sind die klassischen Arten der Luftbestattung und die Weltraumbestattung. Bei einer Luftbestattung wird die Asche mit einem Flugzeug, Helikopter oder Ballon in der Luft verteilt. Bei einer Weltraumbestattung hingegen wird auch eine Rakete gestartet. Sie transportiert einen Teil der Asche in den Weltraum oder gar bis zum Mond. Auch sie ist sehr exklusiv.

Viele Menschen wünschen sich eine Luftbestattung. Da sie in Deutschland nicht erlaubt ist, sind auch hier Überführungen und Reisen von Angehörigen notwendig. Die Nachfrage ist im Verhältnis zur Nachthimmelbestattung jedoch so groß, dass bereits viele Bestatter in Deutschland eine Luftbestattung im Ausland anbieten und organisieren.

Die Weltraumbestattung ähnelt der Raketenbestattung sehr. In beiden Fällen wird die Kremationsasche mittels einer Rakete in die Luft befördert. Interessenten der Bestattung im Weltraum müssen allerdings mit größeren organisatorischen Aufwendungen planen. In der Regel findet diese Form in den USA statt. Da bei der Weltraumbestattung nur ein kleiner Teil der Asche entnommen wird, muss zusätzlich eine weitere Bestattung organisiert werden.